Seit 1997 praktische Erfahrung in der Ayurveda-Medizin
Ayurveda, ein Wort bei dem viele Menschen an Wellnes, Palmen, Strand und Ölmassagen denken. Natürlich stehen diese Begriffe und die Vorstellungen die damit verbunden sind nicht im Widerspruch zum Ayurveda, aber es ergibt sich daraus leicht ein falsches Bild von der „Wissenschaft vom Leben“ . Einer Wissenschaft die es durchaus verdient als eine solche betrachtet zu werden. Die westliche Definition von Wissenschaft wird seit Jahrhunderten als das Maß der Dinge auf alle anderen medizinischen und naturwissenschaftlichen Systeme angewandt und als Beweis für die Tauglichkeit oder Untauglichkeit verschiedener über Jahrtausende gelehrten Wissenschaften angesehen. So werden meist ausschließlich die Paradigmen für die Wirksamkeit einer medizinischen Behandlung anerkannt, die der modernen Medizin zugrunde liegen. Es gibt aber inzwischen zunehmend Bemühungen von Seiten der westlichen Wissenschaft, sich wirklich ernsthaft mit dem Ayurveda und den damit verbundenen Behandlungsmethoden auseinander zu setzen. Ein ähnliches Schicksal haben viele einheimische naturheilkundliche Verfahren schon erfahren. Die Blutegelbehandlung z. B. war im Laufe des letzten Jahrhunderts als mittelalterliche Quacksalberei abgetan worden, um seit einigen Jahren wieder als effektive, kaum zu ersetzende Behandlung, auch in Kliniken, eine Renaissance zu erleben.
Ayurveda ist weit mehr als eine Heilkunde. Es ist Lebensweise und Beschreibung der Natur und deren Kreisläufe und Rhythmen, mit denen sich der Mensch als ein Teil des großen Ganzen für Gesundheit und Lebensglück im Einklang befinden sollte . Immer wieder wird die Frage gestellt: Ayurveda stammt aus Indien, ist Ayurveda einfach auf Europa übertragbar? Ja und nein. Ja, weil die Natur überall nach den gleichen Prinzipien wirkt. Nein, weil andere klimatische Bedingungen, eine andere Lebensweise und Ernährung entsprechend berücksichtigt werden müssen, was aber an den Grundlagen nichts ändert. Diese unterschiedlichen Lebensumstände und Lebensgewohnheiten lassen die Menschen in Indien und Europa unterschiedlich auf Behandlungen reagieren. Wenn es z.B. in den Ayurvedischen Schriften erwähnt wird, eine Panchakarma Behandlung sollte nicht bei großer Kälte durchgeführt werden, so hieße das in Südindien + 18° C und bei uns in Mitteleuropa –15°C. Die Dosierung eines Medikamentes kann, um ein ähnliches Ergebnis zu erzielen, ebenfalls recht unterschiedlich ausfallen, wie sich in den Jahren meiner Arbeit im Ayurveda gezeigt hat. Auch habe ich die Verwendung einheimischer Kräuter in einer ayurvedischen Therapie schätzen gelernt. Im Bereich der chronischen Erkrankungen hat sich in meiner Praxis die Ayurvedische Medizin als sehr wirksam erwiesen. Natürlich ist Ayurveda keine Wundermedizin, aber eine ernstzunehmende Alternative oder Ergänzung zur westlichen Schulmedizin und Naturheilkunde.



